Wilfried Satke Komponist · gj · bj · cj · dj

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5-4-3-2-1

1986

für Mandoline, Gitarre und Harfe

Der Boom der minimal-music war bereits im Abflauen, als ich mich 1986 in 5-4-3-2-1 an meine erste streng systematische Arbeit machte. Zunächst für größeres Ensemble konzipiert, dann mehrfach umgearbeitet und für verschiedenste Besetzungen adaptiert, liegt 5-4-3-2-1 hier in seiner kompaktesten Version für nur drei Instrumente vor.
Drei Dinge liegen dem Stück zugrunde:

5-4-3-2-1 rhythmisches Modell

  • Das namensgebende rhythmische Modell, das sämtliche rhythmische Erscheinungen determiniert, das – abgesehen von Verschiebungen – keine Freiheitsgrade zulässt.
  • Ein System von 13 sechstönigen Modi, durch die das Stück in seinen 13 Abschnitten moduliert, jeweils nur einen Ton ändernd. Mit Ausnahme der beiden Ganztonleitern (in Abschnitt 4 und 10) gruppiert sich jeder Modus um einen zentralen Halbtonschritt, lediglich der mittlere Abschnitt 7 verfügt über zwei gleichwertige Zentren.
  • Eine Melodie (bzw. Tonfolge) von 32 Tönen, die allerdings nur ein einziges mal (Abschnitt 7) in voller Länge präsentiert wird, ansonsten in Fragmenten zu 5, 9, 10, 11, 13, 15, 17, 19, 21, 24 und 28 Tönen. Diese Fragmente sind ihrerseits eingebettet in einen Prozess minimalistischen Auf- und/oder Abbaus.

Die Gesamtanlage des Werkes ist symmetrisch, wobei dem Abschnitt 7 die Funktion eines Symmetriezentrums zukommt. Davor dominieren die Aufbauprozesse, danach die des Abbaus.