Wilfried Satke Komponist · gj · bj · cj · dj

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Quatuor de Versailles

für 4 Gitarren
UA: 02. 11. 1996 in Verona durch das Ensemble Quatuor de Guitares de Versailles

entstand 1995 für das Pariser Ensemble Quatuor de Guitares de Versailles, von dem es auch am 2. November 1996 in Verona uraufgeführt wurde.

Wie auf Schienen, wie auf Nadeln, wie auf Wolken, auf dem Teppich;  –  4 zutiefst menschlich-psychische Zustände, 4 Erfahrungen im Leben des/der Gitarristen/in.
Quatuor de Versailles will mehr als ein Stück zum Hören sein: Ob es nun einfach synchrone Bewegungen (1. Satz), theatralische Gesten (3. Satz) oder durchorganisierte Bewegungsabläufe (4. Satz) sind, stets sind kleine Momente im Spiel, die auch das Auge erfreuen wollen.

  • Wie auf Schienen  (3:20) 2. und 3. Gitarre legen mit Trommelschlegeln eine Groove (»Schiene«), auf der dahingleitend 1. und 4. Gitarre ihre Gegenrhythmen anbringen können.
  • Wie auf Nadeln  (1:30) Tremolo, Glissando, Bartok-Pizzicato und Plektrum-Anschlag lassen eine Stimmung wie auf Nadeln aufkommen.
  • • Intermezzo  (1:00) Das Intermezzo ist von rein technischer Bedeutung: Die Gitarren werden umgestimmt bzw. präpariert, um sie für die beiden folgenden Sätze zu rüsten.
  • Wie auf Wolken  (4:30) Nix is' mehr fix: Der wolkige Boden unter den Füßen beginnt zu wanken. Ebenso verlieren die Tonhöhen ihre Bestimmtheit. Assoziationen an Alkohol kommen nicht von ungefähr.
  • Auf dem Teppich  (3:00) Wieder auf dem Teppich wird auch das Musizieren handfester, urtümlicher: Die Stimme meldet sich zu Wort, es wird eifrig auf Holz geklopft; auch das thematisch zugrundeliegende paraguaianische Volkslied, das sich in den vorhergegangenen Sätzen erst sehr zart und hintergründig angekündigt hat, tritt jetzt unverschleiert in den Vordergrund.