Wilfried Satke Komponist · gj · bj · cj · dj

Sie sind hier:  city lights

city lights

--> Video
2004

Grafische Konzepte spielten schon in früheren Arbeiten eine bedeutende Rolle. Die Umsetzung visueller Ästhetik in Musik ist mir seit langem ein Anliegen und eine große kompositorische Herausforderung.
Die Software Coagula, vom Autor Rasmus Ekman als image synth bezeichnet, faszinierte mich von Anfang an, bot sie doch nicht nur die Möglichkeit, elektronische Klänge auf grafischem Weg zu erstellen, sondern tatsächlich Bilder bzw. Fotos zu Klängen zu rendern.
Aufgrund der Arbeitsweise von Coagula ergaben konventionelle Fotos mehr oder weniger undifferenziertes Rauschen, jedoch Klänge, denen Bilder mit nur wenigen hellen Punkten, Flecken und Linien vor schwarzem Hintergrund zugrunde lagen, erfüllten meinen ästhetischen Anspruch. So drängten sich Bilder von der nächtlich beleuchteten Großstadt als Sujet förmlich auf, und die Idee zu city lights war geboren: Eine Komposition, ausschließlich mit elektronischen Klängen gestaltet, die aus Fotos generiert wurden.

Die Fotos für city lights entstanden in den Sommernächten des Jahres 2004, wurden nach klanglichen Kriterien nachbearbeitet und mittels Coagula zu Klängen gerendert. Die so gewonnenen Klänge wurden – völlig subjektiv – in 9 Kategorien eingeteilt. Ende August 2004 war die Komposition abgeschlossen.
City lights war von Anfang an als audiovisuelle Live-Performance konzipiert, die die Beziehung zwischen Bild und Klang möglichst evident vermittelt. Midi-gesteuerte Video-Software und ein midi-gesteuerter Soft-Sampler boten sich als das Mittel der Wahl an, um Bild und Klang zu synchronisieren.
Ein gewisses Maß an formaler Offenheit und interpretatorischem Freiraum – und zwar sowohl für die musikalische, als auch für die visuelle Komponente – erschien mir wünschenswert.
Für den musikalischen Ablauf erstellte ich eine grafische Partitur, die neben einer groben dynamischen Vorgabe lediglich festlegt, in welchen Zeitabschnitten Klänge aus welchen Kategorien zu erklingen haben.
Der visuelle Bereich erhält seinen Freiraum durch die Möglichkeit, die mit der Musik automatisch synchronisierten Bilder mit Videos aus dem City-Sujet (U-Bahn-Stationen, Schaufensterpuppen...) zu überlagern.

city lights city lights city lights city lights city lights city lights