Durch die Banken

2022

für Vokalquintett (S A T Bar B) und Streichquartett

Robert Gernhardt’s Gedicht Durch die Banken (1994) ist eigentlich ein Zwei-Personen-Dramolett (die Vertonung daher gewissermaßen eine Mini-Oper) und hat mich auf Anhieb fasziniert und begeistert. Manches an dem Text mag heute nostalgisch erscheinen (wer kann sich noch daran erinnern, dass es in Banken Schalter gab und die D-Mark ein gültiges Zahlungsmittel war?), doch zeitlos ist und bleibt das fundamentale, blanke Unverständnis zwischen den beiden Welten, die hier aufeinanderprallen:

Die Welt des Geldes – verkörpert durch einen Homo oeconomicus – und die trans-pekuniäre Welt, die in den inneren Monologen des Ich-Erzählers Gestalt annimmt. Ein wahrhaft archetypisches Gegensatz-Paar, nicht erst seit Judas und Jesus.

Die musikalische Umsetzung der beiden inkompatiblen Gedankenwelten gelingt mit dem Kunstgriff der Polystilistik:
Geld swingt.