Ca. 50
Kompositionen, vorwiegend Kammermusik und Solostücke für
polyphone Instrumente, seit 1999 auch algorithmische Computermusik.
Aufführungen
in Österreich, Deutschland, Großbritannien, Italien,
Jugoslawien, Polen, Türkei, Argentinien, USA.
• NÖ
Musikedition •
für Gitarre
UA: 22. 05. 1984 in
Wien durch den Komponisten
1. Prélude (Ei) ...................3:10
2. Cakewalk (Larve)................2:40
3. Minimal Metamorphosis (Puppe)...4:00
4. Passacaglia (Imago).............4:40
Die Holometabolien stellen den
Versuch dar, einen Formtypus zu entwickeln, dessen einzelne Sätze
in einer ähnlich widersprüchlichen und doch kausalen
Beziehung zueinander stehen, wie die vier Lebensformen eines
holometabolen Insekts: Ei, Larve, Puppe und Imago.
Im ersten Satz sind zwei Themen ansatzweise angelegt, im zweiten und
vierten Satz wird je eines der beiden Themen realisiert und ausgebaut,
und im dritten Satz, dem eigentlichen Kern des Werkes, vollzieht sich,
unter besonderer Berücksichtigung des Zeitfaktors, die
Atomisierung des ersten (Larven-) Themas, sowie die Synthese des
zweiten (Imago-) Themas aus den Bruchstücken.
Ein freitonal gehaltenes Werk mit reichem Einsatz von Geräuschen
und Klangeffekten.
Verlegt bei der NÖ Musikedition
für 2
gitarrespielende Pantomimen
UA: 06. 03. 1985 in
Wien durch Melitta Heinzmann und Gertrude Melounek
Das zunächst mit Tönen und Klängen gestaltete Stück
wandelt sich allmählich in eine Geräusch- und letztlich in
eine (z.T. stumme) Bewegungskomposition.
Auf der Spitze der Antenne eines Hochhauses läßt sich nur noch wenig aufbauen. Den jüngeren Komponistengenerationen werden auf dem Dach des Hochhauses der abendländischen Musik immer deutlicher Grenzen des Wachstums fühlbar. Die »Reduktion«, als eine Rückführung zu einer urtümlicheren Art des Musizierens, gleicht daher einer Talfahrt mit dem Fahrstuhl jenes Wolkenkratzers. Die oberen Stockwerke werden so manchem chaotisch erscheinen, erst gegen Mitte des Stücks wird das Tonmaterial, die rhythmische und harmonische Struktur so weit reduziert sein, daß wir uns durch die Dur-Moll-Tonalität bewegen.
An dieser Stelle wird vielleicht der eine oder andere Insasse dem Lift zurufen wollen »verweile doch, hier ist es schön!«, aber die Talfahrt wird weitergehen, wollen wir doch versuchen, den Boden zu erreichen, um dort entweder einen neuen Turm aufzubauen, oder, falls es uns gefällt, unten zu bleiben.
Es wird also weiter reduziert, vom Tonmaterial bleiben zunächst nur die Nebengeräusche der Klangerzeugung übrig, vom Rhythmus bleibt ein langsamer Herzschlag, so langsam, daß er uns wie der einer Urmutter, die uns noch in ihrem Leibe trägt, erscheinen muß, zunächst hörbar, dann unhörbar, aber sichtbar und fühlbar in den Bewegungen, als deren »Nebenprodukt« wir nun die Musik zu erkennen glauben.
Ob wir wohl schon den Boden erreicht haben?
für
Klavier
UA: 14.
01. 1986 in Wien durch Manon Rennert
7+ Der alte Geschichtenerzähler
7- Geschwister
6+ Verliebte
6- Der Mond
5 Elfen und Gnome
5-(4+) Hexen
4 Der Magier
3+ Die Prinzessin auf der Seife
3- Das Meer
2+ Tanzende
2- Der Clown
Children’s Countdown
entstand im Herbst 1985. Jedes der 11 Stückchen ist um ein
bestimmtwes Intervall komponiert, von der großen Septime (7+)
bis zur kleinen Sekunde (2-). Dieses Prinzip ist streng durchgehalten:
Im ganzen Zyklus tritt kein einziger Ton auf, der nicht zu einem
gleichzeitig erklingenden oder zu seinem melodischen Nachbarton in
jenem Intervallverhältnis steht, das den jeweiligen Satz bestimmt.
Auswendig
spielenden wird auffallen, daß sehr viele symmetrische
Griffmuster im Tastenprofil auftreten. Als Leitfaden für die
Interpretation sollen allerdings nicht die Konstruktionsprinzipien
dienen, sondern die programmatischen Untertitel.
Verlegt bei der NÖ Musikedition
für vier Musiker mit
Werkzeugen
UA: 21. 05. 1989 in
Pottenstein durch das Ensemble Genun
Die ersten Ideen, konkrete Werkzeugklänge musikalisch einzusetzen
hatte ich bei der Arbeit an dem szenischen Projekt
»Ulyssimus«.
Befragt um einen passenden musikalischen Beitrag für die
Niederösterreichische Landesausstellung »Magie der
Industrie«, gedachte ich, jene Werkzeugsequenz aus
»Ulyssimus« für eine konzertante Aufführung zu
adaptieren. Doch entstanden ist dabei ein völlig neues,
eigenständiges Werk, das »Lied von der Arbeit«.
Die Uraufführung fand am 21. Mai 1989 im Rahmen der
Landesausstellung in Pottenstein statt.
Das Werk greift ein zentrales ästhetisches Anliegen der Pop-Art
(im Sinne der bildenden Kunst) auf: Den Reiz des scheinbar banalen zu
entdecken, dem Zauber des Alltäglichen nachzuspüren.
Formal folgt das Lied von der Arbeit einem äußerst rigiden
Aufbau: Solo- und Tutti-Passagen wechseln einander streng ab; jedes
Solo wächst allmählich aus zunächst isolierten
Einzelereignissen zusammen; die Taktlängen schrumpfen im Verlauf
des Stücks von 11 auf 3 Schläge.
Durch die Wahl des Instrumentariums (nur ein
»Melodie-Instrument«: das Gabelschlüssel-Metallophon;
ansonsten reine Rhythmus-Instrumente) »beschränkt«
sich der »Satz« auf einstimmige (bis maximal zweistimmige)
Melodik mit rein rhythmischer Begleitung. Diese Art des Musizierens
habe ich erst durch die Beschäftigung mit der Musik verschiedener
Indianer-völker zu schätzen gelernt.
Noch ein Wort zur Melodik: Das Gabelschlüssel-Metallophon ist auf
kein bestimmtes Tonsystem gestimmt, die Gabelschlüssel sind
lediglich ihrer Tonhöhe nach geordnet. Die Tonhöhen und
Intervalle sind daher auch nicht eindeutig notiert, sondern lediglich
als (rhythmisch exakt notierte) melodische Kurven. Es erstaunt mich
immer wieder selbst, wie leicht sich dennoch alle melodischen Motive
wiedererkennen lassen.
für zwei
Marimbaspieler/innen
Dieses Werk baut auf Strukturen der südugandischen Amadinda-Musik
auf, die mir durch die beachtenswerten Forschungsergebnisse von
Gerhard Kubik zugänglich wurde.
Amadinda ist ein Holmxylophon aus 12 einreihig angeordneten,
annähernd äquipentatonisch gestimmten Klangstäben, die
an den Stirnseiten angeschlagen werden, wodurch 2 Musiker an einem
Instrument, im gleichen Bereich spielen können, ohne einander zu
behindern.
Jeder der beiden Musiker spielt eine melodische Linie in
gleichmäßigen Zeitwerten, jedoch sind die beiden Linien um
einen halben Zeitwert versetzt, wodurch es zu einem Ineinandergreifen
(»Interlocking«) der beiden »Stimmen« kommt.
Um das entsprechende Tempo für diese Spielweise zu entwickeln,
bedarf es eines«Tricks«, der der europäischen
Musizierpraxis gänzlich fremd ist; Beide Spieler entwickeln das
Gefühl, auf betontem »Taktteil«, auf dem
»Beat« zu spielen, und hören die Schläge des
anderen Spielers auf unbetontem »Taktteil«, auf dem
»Off-Beat« (»synkopiert«).
In der Wahrnehmung der Zuhörenden werden die einzelnen Töne
nicht etwa den beiden melodischen Linien zugeordnet, wie
tatsächlich von den beiden Spielern gespielt, vielmehr werden
benachbarte Tonhöhen bzw. Tonwiederholungen als
zusammengehörig aufgefaßt und als sogenannte
»inhärenten Muster« (von meist komplexer rhythmischer
Struktur) gehört.
Mit Haut und Holz stellt den Versuch
dar, die Spielweise des »Interlocking« auf die Marimba zu
übertragen; Ein Spieler spielt nur auf der diatonischen Reihe,
der andere, gegenüberstehende Spieler spielt nur auf der
pentatonischen »Halbton«-Reihe. Das Stilmittel der
inhärenten Tonwiederholungen fällt somit weg. Eine neue
Möglichkeit zur Entstehung inhärenter Muster wird allerdings
durch den Einsatz von Membranophonen (2 knapp über den
Klangstäben des hohen und tiefen Randbereiches angebrachte
Rahmentrommeln) eröffnet: In die »melodischen« Linien
der beiden Marimbaspieler werden Trommelschläge integriert (von
den Marimbaspielern ausgeführt), die natürlich als
zusammengehörig wahrgenommen werden und somit einen
inhärenten Begleitrhythmus darstellen. Allerdings werden
jetzt Linien von verschiedener Länge und von verschiedenem
Metrum miteinander kombiniert, wodurch es zu einer ständigen
Verschiebung und Neukombination kommt. Um dennoch wahrnehmbare
inhärente melodische Muster zu ermöglichen, müssen die
beiden Linien eine periodische Struktur erhalten, die unabhängig
von ihrem Metrum ist. Das wird erreicht durch das periodische
Einstreuen (simultaner) Oktaven in ein mit kleinen Intervallen (Sekund
bis Quint) gestaltetes Umfeld, da nahe benachbarte Oktaven gut aus
einem (teilweise) clusterartigem Hintergrund herausgehört werden
können.
Wenn ein Spieler seine Linie wechselt, pausiert er kurz, wodurch die
Linie des anderen Spielers allein gehört werden kann. Durch diese
immer wiederkehrenden »Solo«-Stellen erhält das
Stück auch eine einfache, klare und schlüssige formale
Strukturierung.
Verlegt bei der NÖ Musikedition
für vier
Schlagwerker und Violoncello
UA: 15. 12. 1992 in
Wien durch die Austrian
Drums- and Mallet-Corporation
Der Name Gendhing ist ein Gattungsbegriff für Gamelan-Stücke
in zyklischer Form, die durch Gongschläge markiert wird.
In meinem Gendhing habe ich den Versuch unternommen, heterophone
Strukturen, wie sie in Gamelan-Musik gebräuchlich sind, auf
europäische Instrumente (und somit auch auf das europäische
Tonsystem) zu übertragen. Den für ein Gendhing typischen
formalen Rahmen einhaltend, werden zwei »Themen« (in einem
sehr abstrakten Sinn des Wortes) in insgesamt 13 Abschnitten
unterschiedlicher Proportion in verschiedene modale (6- bis
8-tönige Modi) und rhythmische (z.T. polyrhythmische)
Zusammenhänge transformiert.
Vierstimmige Inventionen
für Marimbaphon (oder Vibraphon)
UA: 21. 09. 1996 in
Mittersill durch Marin Marinov
Countupordown entstand in den ersten Monaten des Jahres 1993.
Jedes dieser 6 Stücke stellt ein Spiel mit den klanglichen Reizen
eines bestimmten (diatonischen) Intervalls einerseits, und den
rhythmischen Gegebenheiten einer bestimmten (additiven) Taktart
andererseits dar.
Als Reihenfolge kommt entweder ein Countdown oder ein Countup in Frage:
Countdown auf die Intervalle bezogen: von Septim bis Sekund
Countup auf die Taktarten bezogen: von 7 bis 12
für 3 Schlagwerker
an 9 Tom-Toms
UA: 22. 11. 1997 in
St. Pölten durch das Studio
Percussion Graz
Tom-Tom-Tomado ist eine Studie zu konsequenter Dreiteiligkeit auf allen
(?) Ebenen:
In den kanonisch einsetzenden Stimmen treten einige rhythmische Motive mehrmals auf, wodurch sich immer wieder die Situation ergibt, daß zwei Spieler (seltener alle drei) den gleichen Rhythmus spielen. Diese »Uniritmo«-Passagen liefern die formalen Ankerpunkte des Werkes.
für Blockflöte,
Violine und Gitarre
UA: 17. 06. 1995 in
Wien durch
Musica Dolce Wien
Die Triosonatke entstand in den ersten Monaten des Jahres 1995 im
Auftrag des Ensembles »Musica Dolce Wien«. Name und
Zusammensetzung des Ensembles lieferten auch die ersten Assoziationen
für die Struktur des Stücks:
Da es sich um ein Trio handelt, war die Form der Triosonate bald eine
beschlossene Sache.
Das »Dolce« bewog mich, zumindest einen süßen
Satz zu komponieren, aber um diesen herum ein mehrgängiges Menu
verschiedener Geschmacksqualitäten zu arrangieren.
Schließlich wurde ich der Ortsangabe »Wien« dadurch
gerecht, daß ich dem gesamten Werk zwei Wienerlieder zugrunde
legte, nämlich »O du lieber Augustin« und »Mir
is ållas ans«, also zwei zutiefst bittere Angelegenheiten,
wodurch auch schon die Geschmacksrichtung des Kopfsatzes feststand.
für 4 Gitarren
UA: 02. 11. 1996 in
Verona durch das Ensemble Quatuor de
Guitares de Versailles
entstand 1995 für das Pariser Ensemble Quatuor de Guitares de
Versailles, von dem es auch am 2. November 1996 in Verona
uraufgeführt wurde.
Wie auf Schienen, wie auf Nadeln, wie auf Wolken, auf dem
Teppich; – 4 zutiefst menschlich-psychische Zustände,
4 Erfahrungen im Leben des/der Gitarristen/in.
Quatuor de Versailles will mehr als ein Stück zum Hören sein:
Ob es nun einfach synchrone Bewegungen (1. Satz), theatralische Gesten
(3. Satz) oder durchorganisierte Bewegungsabläufe (4. Satz) sind,
stets sind kleine Momente im Spiel, die auch das Auge erfreuen wollen.
für 4 Wassergongs
UA: 19. 09. 1996 in
Mittersill
Erz und Wasser entstand im Sommer 1996 als Beitrag für das erste
Komponistenforum Mittersill, dessen Thema Musik und Natur lautete.
Mit Erz und Wasser habe ich mir gleich 3 Wünsche erfüllt:
für
Bläserensemble
Was dem Spiel »Stille Post« den Reiz verleiht ist im
wesentlichen die unfreiwillige (manchmal auch
vorsätzlich-boshafte) Veränderung einer Information, die
unter den spielenden weitergegeben wird.
Auch Mißverständnisse können das Spiel beleben, wenn
etwa jemand, der (die) gar nicht angesprochen war, etwas aufschnappt
und weitersagt (z.B.: Tenor Sax 2: Takt 2, Posaune 2: Takt 77f),
wodurch bisweilen zwei oder mehrere Informationen gleichzeitig die
Runde machen (z.B.: Takt 2 – 9, Takt 78 – 94).
Natürlich muß man bei so einem Spiel auch mit
unkonzentrierten Teilnehmer(inne)n rechnen, die den Ablauf des Spiels
durch undiszipliniertes Schwätzen stören (Takt 23 – 30).
Dann ist es notwendig, daß sich jemand findet, der (die) die
Störenfriede wieder zur Ordnung ruft (Posaune 1, Takt 31 – 34).
Bei konzentriertem Spiel wird die Spannung um so größer, je
leiser die Information weitergegeben wird. Auch bei scheinbar
völliger Lautlosigkeit (Takt 69 – 75) darf die Spannung nicht
abreißen.
Wenn es durch eine Serie von Mißverständnissen so weit
gekommen ist, daß alle »reden«, muß sich
jemand finden der (die) das Spiel für beendet erklärt
(Trompeten, Takt 93).
In dieser Form könnte also Stille Post unter
Instrumentalist(inn)en improvisiert werden. Hier liegt nun eine
auskomponierte Version vor, die aber auch einige improvisatorische
Freiräume läßt (»Instrumentalgemurmel«
Takt 23 – 30). Auch bei einigen (obwohl ausnotierten) solistischen
Stellen (Posaune 1 [Takt 31 – 34], Dialog Tuba - Tenorhorn [Takt 10 –
12], Dialog Tenorhorn - Posaune 1 [Takt 76 – 79]) ist improvisierendes
Variieren durchaus zulässig.
Die Anordnung der Instrumente in der Partitur entspricht der
Aufstellung der musizierenden (somit der Struktur des Stücks) und
weicht daher vom geläufigen Partiturbild ab.
Zum Umgang mit den Noten muß noch bemerkt werden, daß
Stille Post eine szenische Komposition ist. Jede Phrase soll also
wirklich dem (der) Nachbar(i)n zugeraunt (bzw. zugebrüllt), nicht
jedoch ins Notenpult geblasen werden.
Anfang der 80er-Jahre hörte ich
Ernst Jandl's Gedicht Auf dem Land in des Meisters wortgewaltigem
Vortrag. Seither hat mich dieses Gedicht nicht mehr losgelassen, hat
es sich in meinem Alltag breit gemacht:
Wenn die Kinder ihre Sache bedenklich weit trieben, sprach ich:
Rack ack ack ack ack ack ack ack er
rack ack ack ack ack ack ack ack ern.
Wenn mich die Hexen meiner Umgebung
verhexten, entfuhr mir:
Hex ex ex ex ex ex ex ex en
hex ex ex ex ex ex ex ex en.
So war es längerfristig einfach
unausweichlich, daß dieses Gedicht auch in meinem musikalischen
Schaffen Platz greifen werde. Eine Textvertonung kam mir dabei nie in
den Sinn. Ein »Variationswerk« erschien mir schon als
reizvollere Aufgabe, wobei keineswegs die Worte (oder gar deren
Inhalt) das »Thema« ausmachen konnten, sondern die
besondere Art, mit den Worten umzugehen, im Wesentlichen also
Fragmentierung, Rhythmisierung und ostinate Repetition.
Das scheinbar einsätzige Stück besteht aus sieben
überlappenden Teilen, deren jeder auf eine eigene,
charakteristische Art die Techniken der Fragmentierung, Rhythmisierung
und Repetition variiert.
Als Instrumente werden neben der Sprechstimme auch Angklung, E-Gitarre,
Tom Tom, Metronome und Werkzeuge eingesetzt.
Uraufgeführt durch das Cone Quartet
Peter Handkes Weissagung entstand 1964 als Stück für vier Sprecher, ohne Handlung, ohne Szenenbilder und ohne Requisiten, hat die Sprache selbst zum Inhalt und ist »nach den Klangelementen der Beatmusik« der Sechzigerjahre gebaut. Genau dieser letztgenannte Aspekt war Anknüpfungspunkt und Anreiz für das Cone Quartet, eine musikalisch akzentuierte Interpretation für vier Sprecher mit Instrumenten zu liefern.
Uraufgeführt durch das Cone Quartet
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für 4 Instrumente (z.B.: 3 E-Git. + Bass;
Streichquartett; |
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animierte grafische Partitur (1,27 MB) |
Dabei handelt es sich um eine
teilweise improvisatorische Form eines Zwölftonspiels, bei dem
das Tonmaterial durch einen Rubik’s Cube determiniert wird, dessen
zwölf Kantensteine den zwölf Tönen der temperierten
chromatischen Tonleiter zugeordnet sind.
Während eines Lösungsganges vom chaotischen zum geordneten
Würfel nimmt der Rubik’s Cube an die 100 verschiedene
Zustände an, die wiederum unterschiedlich interpretiert werden
können:
- In jedem Zustand repräsentiert jede der sechs Flächen einen Vierklang.
- In jedem Zustand gruppiert sich um jede der acht Ecken ein Dreiklang.
- Werden die sechs Flächen in einer definierten Reihenfolge und Richtung nach einer bestimmten Farbe “abgescannt”, läßt sich aus der Streuung dieser Farbe ein rhythmisches Muster ermitteln.
- In jedem Zustand repräsentiert ein “Diagonal-Äquator” (zwischen zwei “Eckpolen”) einen sechstönigen Modus.
Je nach erreichtem Ordnungsgrad [z.B. eine oder mehrere (komplett oder teilweise) einfärbige Flächen], wird der Zustand des Würfels in verschiedenen Spielweisen in Klang umgesetzt, wobei den Ausführenden entweder die Dreiklänge der Ecken, die Vierklänge der Flächen und/oder die rhythmische Struktur (aus der Verteilung einer bestimmten Farbe ermittelt) als Improvisationsmaterial zur Verfügung stehen.
Uraufgeführt durch das Cone Quartet